Unsere Ideen für Ihr Projekt

ContaoCamp 2013

Logo des ContaoCamp

Nachdem wir uns bei der diesjährigen Contao-Konferenz in Halle eine Teilnahme am ContaoCamp "erspielt" haben, waren wir gespannt, was uns bei diesem deutlich praxisorientierten Event erwarten würde.

Zunächst eine kurze Erläuterung des Begriffs "Barcamp"

Auf einem Barcamp geht es darum, in mehr oder weniger kurzen Sessions genannten Einheiten Themenschwerpunkte, Best Practices oder gar kleinere Projekte einer intensiven Betrachtung zu unterziehen. Das kann bis zur praktischen Umsetzung in kleinen Teams gehen, bei denen man Blickweisen und Methodiken anderer Entwickler kennen und schätzen lernt, die dann in den eigenen täglichen Gebrauch einfließen.

Wilde Camper in München

Das ContaoCamp war deutlich kleiner als die Contao-Konferenz, fast schon familiär. Und auch die Location glänzte mit einer gewissen Abenteuerlichkeit – das WERK1 in München liegt mitten in der "Kultfabrik", Münchens berüchtigter Partyzone mit Dutzenden Clubs, Kneipen und Discos auf dem ehemaligen "Pfanni"-Werksgelände. In besagtem WERK1 standen uns Camp-Teilnehmern mehrere Räumlichkeiten zur Verfügung, welche in den zwei Tagen für viel Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch genutzt wurden.

Engines on!

Zu Beginn eines jeden Tages wurden von einzelnen Teilnehmern auf freiwilliger Basis Themen vorgestellt, die dann, abhängig vom bekundeten Interesse, in größeren oder kleineren Gruppen 45 Minuten lang intensiv erklärt, diskutiert oder einfach nur vorgestellt wurden. Das Themenspektrum reichte hierbei von Best-Practises für Contao-Einsteiger über Diskussionsrunden mit den Core-Entwicklern bis hin zu contao-losgelöster php-Entwicklung mit Silex und Symfony.
Die einzelnen Sessions sind dabei weniger Frontal-Vorträge. Angeregter Austausch, bei dem "zufällig jemand vorn steht", um es salopp auszudrücken, trifft es eher. Dadurch entsteht eine ganz besondere, mir bis dato unbekannte Atmosphäre der Wissensvermittlung, die sich durch eine starke Vertrautheit mit den Teilnehmern auszeichnet.

Da fiel es auch leicht, selbst einmal das Experiment zu wagen und eine Session anzubieten. Über "Responsive Webdesign" hatte ich bereits beim letzten trilobit-Kundenevent einen Vortrag gehalten und die Präsentation sicherheitshalber auf dem Laptop dabei. Besonderes Interesse fand die Gestaltung der Navigation, weshalb sich die Session vor allem um dieses Thema drehte.

Doch auch außerhalb der Session-Räume wurde ordentlich "palavert", meistens über Fachliches, ob über betriebswirtschaftliche Aspekte der Angebotserstellung, Workflow-Optimierungen oder oder oder. Die schiere Masse der Eindrücke und Inhalte übertrifft für uns die Contao-Konferenz um einiges, vor allem die deutlich praxisnäheren Themen und Workshops machen das ContaoCamp auch nächstes Jahr zu einem Must-have auf unserer Agenda.

Fotografie von Alexander Rothe bei einem Vortrag
© Christine Szendi

Was nehmen wir mit?

Wir konnten sicher sehr viel "geben" und unsere Erfahrungen beim Umgang mit dem System teilen. Technisches Verständnis und Know-how konnten wir unter anderem beim Beheben eines akuten Fehlers auf einer Online-Präsenz unter Beweis stellen - alles im Rahmen des Contao-Camps zwischen den Sessions und in den Abendstunden.

Aber wir sind nicht mit leeren Händen zurückgekommen.

Ein ganz konkretes Ergebnis des Contao-Camps ist die Einführung des Long-Term-Support-Release (LTS-Release). LTS-Releases sind Langzeit-Releases, die über die Dauer von mindestens 18 Monaten (je nach Erscheinungstermin der dann nächsten Minor-Version) mit Bugfix-Versionen aktuell gehalten werden. Bisher wurden Minor-Versionen immer nur bis zum Erscheinen einer neuen Minor-Version gepflegt, durch LTS-Releases lassen sich auch langfristigere Projekte sicher betreuen. Bei der Diskussion der LTS-Release-Zyklen mit Leo Feyer und einigen Core-Entwicklern von Contao ging es das ein oder andere Mal hoch her, doch letztendlich wurde mit 18 Monaten ein Rhythmus gefunden, welcher allen gerecht wird. Insbesondere für Agenturen wie uns, die Contao professionell einsetzen, ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Weiter bekamen wir Entwickler Ein- und Ausblicke zu den nächsten technischen Änderungen. So wurde der Nachfolger der Erweiterungsverwaltung - Composer - sowie dessen Funktionsweise vorgestellt. Damit können wir uns frühzeitig mit neuen Konzepten auseinandersetzen und uns darauf einstellen. Konkret bedeutet dies, z.B. mehr Sicherheit und Systemstabilität bei Updates zu bekommen über genauer und besser aufgelöste interne Abhängigkeiten von Erweiterungen, von denen wir ja auch einige entwickelt haben.

Sehr interessant war auch ein grober Überblick der Contao-Core-Entwickler zu den technischen Änderungen in Contao 3.2 und die Gründe hierfür. Dem Einsatz dieser neuen LTS-Version steht jetzt nichts mehr im Weg und wird derzeit von uns für den Kundeneinsatz vorbereitet.

Auch der Nachfolger der gerne eingesetzten Katalog-Erweiterung, die "MetaModels", wurde vorgestellt. Hier geht es mit großen Schritten voran. Der aktuelle Stand ist für das weit verbreitete Contao 2.11 voll einsetzbar; in Contao 3 jedoch wird noch etwas Zeit benötigt, bevor der volle Funktionsumfang erreicht ist. Erste Versionen für Contao 3 gibt es jedoch schon, auch hier sind wir kräftig am Testen für unsere Kundenprojekte.

Weiche Ergebnisse resultieren aus dem Austausch mit anderen Entwicklern, z.B. zum Thema Deployment-Prozesse, Vorschau- und Staging-Systeme sowie Updates. Mit dem von uns angebotenen "Contao-Update-Service" ernteten wir durchweg positives Feedback, auch seitens der Core-Entwickler.

Der Dank gebührt allen

Abschließend möchten wir unseren ganz besonderen Dank an Marie Dietz und die Contao Association zum Ausdruck bringen, die dieses Camp organisiert, finanziert und geleitet haben. Großartige Arbeit! :-)

Autor: Alexander Rothe