Unsere Ideen für Ihr Projekt

Rückblick zum Contao Agenturtag 2017

Contao Agenturtag 2017

Am Freitag, den 10.3. 2017, fand der diesjährige Contao Agenturtag in Karlsruhe statt und bildet damit den Auftakt der Contao-Veranstaltungen dieses Jahres. Organisiert wurde er wie im Vorjahr von trilobit und weitzeldesign aus Stuttgart. Der Zuspruch lag sogar noch über unseren Erwartungen. Begonnen hatte der Contao Agenturtag diesmal bereits am Donnerstag mit zwei sehr einsichtsvollen Workshops. Einer zum Thema "F Modul - Der Katalog für Contao 3 und 4?" von Alexander Naumov und einer zum Thema "Conmunicator: Vom Muse-Projekt zum Contao-Auftritt" von Michael Herzog. Abends folgte dann das Get-together in der "Werkbank" in Karlsruhe. Am Freitag dann fanden sich 30 Besucher aus 24 Agenturen in den Räumen des CyberForum ein. Die Besucher kamen auch dieses Jahr wieder aus allen Ecken des Landes, um die einmalige Gelegenheit des Austauschs unter großen und kleinen Agenturen zu nutzen. Diese Vielfalt der Teilnehmer und die Beteiligung von Hostern machte den Austausch untereinander wieder besonders spannend und führte zu vielen erhellenden Gesprächen.

Ein erstes Highlight war natürlich die Keynote vom Contao-Erfinder Leo Feyer. Sie widmete sich ganz dem Thema Contao 4. Diese Version war von der Community wie von Agenturen gemischt aufgenommen worden. Das neue Backend-Layout hat dabei sicher alle überzeugt. Problematisch war die Installation der Versionen 4.0 bis noch einschließlich 4.3.3, die ausschließlich über die Kommandozeile möglich war. Das stellte vor allem technisch nicht so versierte Anwender vor Herausforderungen. Die fehlende Möglichkeit, einfach Erweiterungen zu installieren, war das andere große Hindernis, das in Umfragen immer wieder genannt wurde.

Mit der sog. "Managed Edition" (verfügbar ab Version 4.3.4, erschienen Ende Januar 2017) ist die Installation wieder genauso leicht, wie mit der Version 3.5: Zip von contao.org herunterladen, entpacken, Dateien auf den Webspace laden und die install.php aufrufen. Leo Feyer zeigte das in seiner Keynote live, so dass jeder Teilnehmer sehen konnte, dass die Installation nun wieder kein Problem darstellt. Nach seinen Ausführungen haben sich auch die Hardware-Anforderungen für Betrieb und Installation von Contao 4 kaum erhöht.

Für die technisch Interessierten: die Contao Managed Edition von contao.org basiert auf der Contao Standard Edition, die über github zu beziehen ist. Der Vorteil ist, dass alle Konfigurationen, die sonst bei einer Symfony-Anwendung vorgenommen werden müssen, bereits in den Dateien enthalten sind, bzw. sich bei Installation selbst konfigurieren.

Für Aufsehen sorgte auch die Live-Präsentation des Contao Managers, der nicht mit der Managed Edition zu verwechseln ist. Über den Contao Manager, der noch nicht verfügbar ist, lassen sich - wie einst über das Extension Repository - Erweiterungen problemlos installieren. Das gilt sowohl für Contao 4-Bundles, also eigens für Contao 4 entwickelte Erweiterungen, als auch für die allermeisten Erweiterungen, die unter Contao 3 veröffentlicht wurden. Der Contao Manager durchsucht das Archiv von packagist.org, dem Repository für alle mit Composer verwalteten Pakete.

Leo Feyer präsentierte den Contao Manager live, installierte, updatete und deinstallierte auch umfangreiche Erweiterungen wie Isotope während des Vortrags. Für die einen Agenturen war es sehr wichtig zu sehen, dass Erweiterungen wieder leicht und ohne Kommandozeile verwaltet werden können. Agenturen, die selbst Erweiterungen veröffentlichen, konnten erfahren, wie sie das in Zukunft am besten tun. Beide Gruppen warten nun gespannt auf die Veröffentlichung des Contao Managers.

Last but not least zeigte der Erfinder von Contao auch live auf, wie man bestehende Contao 3.5-Installationen in die aktuelle Version 4.3 migrieren kann. Auch das ging einfacher als gedacht, wenn auch nicht automatisch. Ein Überblick über die in der lang ersehnten LTS-Version 4.4 kommenden Features rundete die Präsentation ab. Die anschließende Diskussion zeigte, wie dringend die Community auf die Contao Managed Edition, den Contao Manager sowie die LTS-Version Contao 4.4 gewartet hatte. Die meisten Agenturen waren mehr als nur erleichtert, dass das CMS, auf das sie bisher setzten, auch in naher Zukunft wieder ihr CMS ist, auf das sie in Zukunft bauen können.

Nach der darauf folgenden Mittagspause folgten dann die Sessions, die die Teilnehmer selbst eingereicht hatten. Dafür noch einmal herzlichen Dank an alle. ohne euer Engagement wäre diese Veranstaltung nicht möglich.

Bilder: Thomas Weitzel, Peter Adelmann und Mathias Schnurer

Unter dem provokanten Titel "Contao 4 - Hot oder Schrott?" leitete Kim Wormer (heartcodiert) durch ihren Programmpunkt. Dieser Punkt profitierte natürlich ungemein von der vorangegangenen Keynote und man merkte deutlich wie die Stimmung gegenüber der Version 4 sich deutlich verbessert hatte. Dennoch blieben auch hier kritische Rückfragen nicht aus, am Ende überwogen aber die positiven Meinungen.

Parallel zu diesem Punkt leitete Markus Peltzer (twobox.com) eine Session zum Thema "Regionales Networking". Er stellte aus seiner persönlichen Sicht und der Sicht der Association die Aktivitäten der Community vor. Insbesondere die Umfrage über die Stammtische hatte spannende Ergebnisse gezeigt, die ebenso diskutiert wurden wie die regionalen Unterschiede bei den Veranstaltungen. Es zeigte sich, dass gut organisierte Stammtische dauerhaftere Arbeit mit deutlich mehr Teilnehmern zu verzeichnen hatten.

Direkt im Anschluss gab es zwei gleichmäßig besuchte Sessions zu den Themen "Zwischen Produktivität, Mitarbeiterführung und Akquise – Probleme eines Agenturgeschäftsführers" und "Überall Grid – Raus aus dem Einheitsbrei?". Der erste der beiden Punkte wurde von Oliver Reiff gehalten, der dazu naturgemäß eine ganze Menge zu berichten hatte. Hier war es besonders spannend für alle Teilnehmer, die Probleme anderer Agenturen und vor allem deren Lösungen kennen zu lernen. Es gab spannende Einblicke, die zeigten, dass man mit manchen Problemen nicht alleine ist. Und vor allem, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss, denn andere haben für die eigenen Probleme bereits Lösungen gefunden. In der zweiten Session sprach Marion Schwab (newpage) über ihren Eindruck, dass sich nach dem Ende von Flash und dem Aufkommen von mobilen Endgeräten alle Designs sehr ähneln und alle nach dem selben Muster gestaltet sind. Daraus entspann sich eine interessante Diskussion, in der einige Teilnehmer auch völlig neue Design-Ansätze präsentierten. Vor allem Michael Herzog (Codiso) konnte aus seiner Erfahrung als Professor im Bereich "Intermediäres Design" ein paar sehr spannende Einblicke zu dem geben, was heute bereits mit modernen Browsern im Web möglich ist.

In der dritten Runde der Sessions hielt Florian Werner (Agentur Dreibein) eine sehr spannende Präsentation zur Agentursoftware KBMPro. Darunter konnten sich offenbar nur wenige etwas vorstellen, er konnte aber sehr überzeugend aufzeigen, wie man mit einer einzelnen Software die gesamte Verwaltung einer Agentur steuern und damit sehr viele Reibungsverluste, Zeit und Geld sparen kann. Janosch Oltmanns (DMA) hielt eine Session zum Thema "Story Mapping". Er erklärte, wie in seiner Firma zusammen mit den Kunden mittels Story Mapping Projekte geplant werden und sie so von Anfang an besser die Wünsche des Kunden verstehen. Dazu gehörend stellte er selbstklebende Notizzettel und eine App von Post-It vor, mit der man aufgehängte Notizen schnell digitalisieren kann. Thomas Weitzel, Mitorganisator des Agenturtages und Inhaber von weitzeldesign, hielt parallel dazu seine Session zum Thema "Contao-Agentur-Kit – Sinnvoll oder nicht? Was wünschen sich Agenturen?". Angeregt wurde hier eine Agentur-Informations-Broschüre zu Contao, die die wichtigsten Fakten zum erfolgreichen Einsatz von Contao beschreiben und Agenturen zum Download zur Verfügung gestellt werden solle. Thomas Weitzel versprach auch sogleich diese Broschüre bald in Angriff zu nehmen.

Die letzten beiden Sessions wurden zusammegelegt und so präsentierte Christian Feneberg von der Contao Academy sein "Videohandbuch für Anwender" der gesamten Runde. Gerade für Agenturen kann es sehr sinnvoll sein, Supportaufwand zu reduzieren und ihren Kunden dafür direkt im Contao-Backend professionelle Hilfestellung zu bieten. Im Anschluss leitete Oliver Reiff eine Session, in der es noch einmal um eine der großen Stärken von Contao ging: die Erweiterungen. Damit fand die Veranstaltung einen runden Abschluss, denn dieses Thema war ja bereits in der einleitenden Keynote angeschnitten worden und nun konnte es in großer Runde noch einmal besprochen werden.

Der Ausklang fand dann im "Alten Schlachthof" statt und alle Beteiligten zeigten sich von der Veranstaltung begeistert. Wir wurden bereits nach dem Contao Agenturtag 2018 gefragt und es gab erste Zusagen. Danke dafür und wir werden dich beim Wort nehmen, Leo! ;-)

An dieser Stelle vielen Dank an alle Teilnehmer und ganz besonders an die, die Programmpunkte und Workshops geleitet haben. Ohne Euch wäre diese erfolgreiche Veranstaltung nicht möglich gewesen. Ganz besonderen Dank natürlich auch an Leo Feyer, der uns exklusive Einblicke in die Zukunft unseres Lieblings-CMS geben konnte und damit allen Teilnehmern viel Vorfreude auf das vermittelt hat, was kommen wird.